Nachhaltige IT an der WIM: Prof. Dr. Pooja Rani forscht zu „grüner“ Softwareentwicklung

Gut programmierte Software muss heute mehr können als nur reibungslos funktionieren: Sie sollte effizient laufen, Ressourcen schonen und langfristig wartbar sein. Mit der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Large Language Models (LLMs) zur automatischen Code-Generierung stellt sich dabei eine wichtige Frage: Wie nachhaltig ist der Code, den KI-Systeme erzeugen?
Prof. Dr. Pooja Rani, die seit April 2026 Professorin für Informatik an der Universität Mannheim ist und die Sustainable Software Engineering Group an der WIM leitet, widmet sich genau dieser Frage. In einer Studie untersuchte sie gemeinsam mit ihren Co-Autor*innen, wie effizient von LLMs generierter Software-Code tatsächlich ist. Dabei zeigte sich, dass die Modelle selbst dann nur selten energieeffizienteren Code erzeugen, wenn sie ausdrücklich dazu aufgefordert werden, schlanken und energieeffizienten Code zu programmieren.
Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, KI-generierten Code nicht nur auf seine Funktionalität, sondern auch auf seine Effizienz und seinen Ressourcenverbrauch zu prüfen. Rani setzt sich deshalb für empirisch begründete Richtlinien für „grünes“ Programmieren und für mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit unter Softwareentwickler*innen ein.
Dabei versteht Rani Nachhaltigkeit umfassend. Neben Energieverbrauch und CO₂-Bilanz berücksichtigt sie auch technische Qualität, Zuverlässigkeit, Wartbarkeit, wirtschaftliche Aspekte und soziale Verantwortung. Software soll nicht nur effizient funktionieren, sondern auch langfristig wartbar und verantwortungsvoll gestaltet sein. Dazu gehört beispielsweise die Frage, wie verhindert werden kann, dass Software Vorurteile verstärkt oder demokratische Prozesse beeinträchtigt.
An der Universität Mannheim entsteht im Rahmen der von der Wübben Stiftung Wissenschaft co-finanzierten Professur ein spezialisiertes Labor für Software-Nachhaltigkeitsprüfung. Unter streng kontrollierten Hardware- und Software-Bedingungen sollen dort verlässliche und reproduzierbare Messungen möglich werden – etwa zum Energieverbrauch von Software. Das Labor soll deutschlandweit einzigartig sein und dazu beitragen, eine belastbare empirische Evidenzbasis für nachhaltige Softwareentwicklung zu schaffen.
Auch in der Lehre bringt Rani ihre Forschung ein. Seit dem Sommersemester 2026 bietet sie Kurse zur nachhaltigen Softwareentwicklung an. Ihr Ziel ist es, Nachhaltigkeit stärker im Bewusstsein von Softwareentwickler*innen zu verankern und auf Basis empirischer Erkenntnisse Methoden für verantwortungsvollere Softwareentwicklung zu entwickeln.
Vor ihrem Wechsel an die Universität Mannheim im April 2026 war Rani an der Universität Zürich tätig. Zuvor promovierte sie an der Universität Bern und sammelte unter anderem in der Software-Qualitätssicherung bei Samsung Erfahrungen in der Industrie. Ihre Erfahrungen aus Forschung und Industrie verbindet sie heute in ihrer Arbeit an nachhaltigen und verantwortungsvollen Softwaresystemen.
Mehr über Prof. Dr. Pooja Rani
Wie Pooja Rani vom indischen Dorf in die Hightech-Welt gelangte, warum sie sich der nachhaltigen Softwareentwicklung verschrieben hat und welche Forschung sie an der Universität Mannheim vorantreiben möchte, erfahren Sie im ausführlichen Porträt der Wübben Stiftung Wissenschaft.
Zum Porträt der Wübben Stiftung Wissenschaft: „Wie kann Software nachhaltig werden?“
